HoGaTec 2012 in Essen

Zeit für einen Schulausflug zur Hotel Gastronomie Technik Messe , die vom zweiten bis zum fünften September stattfand.Meine Klasse die KCO1 des Herwig-Blankertz Berufskollegs hatte die Wahl: Messebesuch oder in den Betrieb. Natürlich war der Zuspruch bei einer Messe über Gastronomie- und Hoteltechnik eher gering, aber im Vergleich zu einem 12-Stunden-Arbeitstag das kleinere Übel. Dachten wir – niemand hatte mit gratis Proben gerechnet.

Zugegeben, für jemanden, der nicht professionell in der Küche unterwegs ist, ist der Eintrittspreis von 22€ sehr happig. Viel Technik, viel Restaurantausstattung, Leasingangebote für Großspühlmaschinen und sowas alles. Und zwischendrin eins, zwei verlesene Getränke und Krimskramsstände.

Besonders angetan hat es mir Cola- Rebell, nicht nur mit ihrer aufregenden Werbung und einem Namen der mich sofort an wilde Nächte erinnert. Neben dem niedlichen Repräsentanten gab es auch drei Sorten Cola zu probieren: Maxx Chilli, Balance Chilli und no Chilli. Wie der Name schon sagt, wurde hier Cola mit der Schärfe von Chillies und Ingwer kombiniert. Wer gelangweilt von „normaler“ Cola ist, Energiedrinks für ein Gummiebärchengetränk hält und trotzdem einen Kick von 25mg Koffein pro 100ml Getränk braucht, ist hiermit gut bedient. Die Chillievarianten geben eine angenehme Schärfe im Abgang, während die NoChillie nach Ginger Ale schmeckt, ohne an Cola-Geschmack einzubüßen. Noch habe ich sie nirgendwo im Laden entdecken können, aber wer sie sieht, sollte es doch mal ausprobieren und mir Bescheid sagen. Schmeckt sicher auch mit Rum oder in anderen Drinks.

Wer liebt Lakritze? Ich. Wer trinkt gerne Cola? Ich. Wem ist es eingefallen so etwas zu kombinieren? Hausmarke. Schmeckt wie ein flüssiges Salmiakbonbon und macht nebenbei auch noch wach durch den ebenfalls erhöhten Koffeingehalt! Super toll, mit Potenzial mein Lieblingsgetränk zu werden. Es gibt auch noch eine Sorte mit Kaffee, aber das ist nicht so meins. Nur wie immer stellt sich auch bei dieser Independent Cola die Frage: Woher bekomm ich sowas?

Was gab es noch zu sehen? Neben eingebildeten Franzosen, die felsenfest behaupteten, dass es in Frankreich keine Süßweine gibt, auch einen riesigen Metrostand. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich von der ausgestellten Idee fasziniert oder bestürzt sein soll: Bier aus dem Pappkarton. Beziehungsweise aus der Tüte im Pappkarton. Das Prinzip ist ganz einfach. Das Bier wird normal gebraut, dann wird ihm die Kohlensäure entzogen und es kommt in Tüten, die wiederum in den Pappkarton kommen. Am Ausschankort wird es dann an ein Carbonisierungssystem angeschlossen und herkömmlich gezapft. Das Gute daran ist der wenige Abfall und die vereinfachte Logistik. Nur leider war mein Probebier schal und im Ernst: Bier aus einem Karton?

Und zur Belohnung für einen Tag, an dem ich verschlief, die Kamera vergaß und an keinem Probebecher vorbeikam, ohne den Inhalt zu testen, habe ich mir einen großen Spritzbeutel und einen Ankerausstecher geschenkt.

Die HoGaTec war eine nette Abwechslung zum Schulalltag, für den Otto-Normalverbraucher, der sich keinen Profiofen für 15.000€ in die Küche stellen oder Bier Kartonweise kaufen möchte, eher uninteressant. Mal sehen, ob ich nächstes Jahr hingehe. Eher nicht. Außer mit Gratistickets.