Vegetarisches Gulasch

Gulasch, saftige Fleischstücken mit einer sämigen Sauce. Der Geschmack ist herzhaft, leicht scharf und süßlich. Paprika, Champignons und Zwiebeln geben einen schönen Biss. Die Spätzle saugen sich voll und schon nach den ersten Bissen wird es wohlig warm. Zeit für ein vegetarisches Gulasch.

Der Dezember schreitet voran und wie jedes Jahr gibt es Diskussionen, was der arme Vegetarier denn zu essen bekommt. Und wer soll das machen? Die Küche ist doch schon so überlastet mit Vorspeise, Salat, Hauptgang und Dessert, nicht nur für die üblichen fünf Personen sondern für die dreifache Anzahl! Auf dem Herd ist auch kein Platz, dort kochen wahlweise Wirsing oder Rotkohl, Knödel und die Rehkeule muss schließlich auch noch schmoren.

Wer diesen Gesprächen und Problemen aus dem Weg gehen möchte, ist mit diesem Gulasch gut beraten. Es braucht nur einen Topf um heiß gemacht zu werden, die Knödel vom Gänsebraten passen wunderbar dazu und es schmeckt am Besten, wenn es ein paar Tage vorher gekocht wurde. (Und falls Omi es wieder gut meinte und Gänseschmalz an den Rotkohl gemacht hat, ist das Gemüse sogar schon in der Sauce!)

Natürlich schmeckt das Gulasch auch zu weniger festlichen Anlässen famos. Ich war so enthusiastisch in meinem Wahn, dass ich und mein Alex vier Tage davon essen konnten, ohne dass es mir zum Hals heraus hing.

Zutaten für 6 Portionen

Vleisch

  • 150g Sojaschnetzel, möglichst grob
  • ca. 1,5l Gemüsefond oder -brühe
  • 2 El Ketjap Manis oder Sojasauce
  • gestoßener Pfeffer
  • 1 Zehe Knoblauch, angeschlagen
  • Salz, Rosmarin und Thymian

Gulasch

  • 100g Champignons
  • 250g Schalotten
  • 3 Schoten Paprika (rot für die Süße, gelb für die Säure und grün für die dezent bitteren Noten)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Öl zum Braten
  • 1,5 EL Tomatenmark
  • 3/4 EL Mehl
  • 150ml Rotwein
  • 800g Dosentomaten
  • 300ml Gemüsesaft (oder Brühe)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3 Wacholderbeeren
  • Paprikapulver, geräuchert schmeck am Besten
  • Salz, Pfeffer, Thymian und Rosmarin
  • 1 Prise Zimt
  • einen Teil des Fonds vom Vleisch
  • 100ml Sojasahne

Zubereitung

Fangen wir mit dem Fleischersatz an. Zugegeben, man wird den Sojageschmack der Schnetzel nicht komplett los. Zumindest weiß ich nicht wie. Also: Gemüsefond aufkochen und  die Gewürze, Ketjap Manis und Knoblauch hinzugeben. Um all den Geschmack in die Würfel zu bekommen, sollte der Fond extrem überwürzt sein. Die Schnetzel 5 Minuten kochen, dann die Hitze ausstellen und ziehen lassen.

Jetzt geht es erstmal ans Schnibbeln. Die Pilze sechsteln und bei Seite stellen, die Zwiebeln in grobere Würfel schneiden, also so 1,5 * 1,5cm und ebenfalls zur Seite. Die Paprika schälen! Ja, schälen, so gut es geht mit einem Sparschäler, denn niemand isst wirklich gerne die harte, faserige Schale in einem zarten Gulasch. Die Paprika in genau so große Würfel schneiden wie die Zwiebeln und ratet wohin? An die Seite, genau.

Damit ein richtiges Röstaroma zustande kommt, muss alles richtig gebraten werden. Im Topf selber kann das Vleisch gebraten werden. Das Gemüse brät am Besten in kleinen Portionen in Pfannen, bei denen maximal der Boden bedeckt ist. Was ich damit meine: Pfanne heiß werden lassen, ein wenig Öl hinein, dann ca. 2 volle Hände Gemüse hinein. Braten lassen und erst nach ca. 1 Minute schwenken. Wenn die Farbe schön braun ist, darf das Gemüse zu den gebratenen Schnetzeln in den Topf. Die Schnetzel im Topf bei mittlerer Hitze anbraten. Auf dem Boden bildet sich eine Kruste, lasst den Topf also nicht zu heiß werden, damit diese nicht verbrennt.

Wenn das Gemüse dann beim Vleisch ist, kann die Temperatur wieder angehoben werden, den Knoblauch hinein pressen, das Tomatenmark hinzugeben und für ca. 30 Sekunden unter rühren rösten. Das Mehl darüber streuen und weitere 30 Sekunden rösten. Mit dem Rotwein ablöschen, 30 Sekunden einkochen lassen und mit Tomaten und Gemüsesaft auffüllen. Gut durchrühren, Lorbeer, Wacholder, Thymian und Rosmarin hinzu und 10 Minuten kochen lassen.

Ist die Zeit um, kann mit dem Abschmecken begonnen werden. Ganz wichtig ist das Paprikapulver! Was wäre Gulasch ohne Paprika? Wird euch die Sauce zu dick, gebt vorsichtig etwas von dem Kochfond der Sojaschnetzel hinzu. Salz, Pfeffer und auch Zucker können dem Gulasch den richtigen Pfiff geben. Wer mag, rundet alles mit Sahne ab.

Schlusswort

Die Beilagen sind vielseitig. Wie ihr seht, gab es bei mir nur Spätzle aus der Tüte. An Weihnachten kann man sich natürlich am Rest der Familie orientieren. Wenn ihr euch vielleicht alle für ein vegetarisches Fest entschieden habt, passen Semmel- oder Kartoffelknödel, selbst gemachte Spätzle, Salzkartoffeln mit Petersilie oder, oder, oder.

Lasst es euch schmecken, egal ob zu Weihnachten oder nach einem anstrengenden Montag.